Aufklärung, Prävention und Hilfe zur Glücksspielsucht

Der verschossene Elfmeter… Wer hätte darauf gewettet?

Wer die WM aufmerksam verfolgt und mit Kolleg:innen oder Freund:innen ein Tippspiel spielt, merkt schnell, dass ganz oben in der Rangliste nicht unbedingt die Personen stehen, die am meisten Ahnung von Fußball haben. Ganz im Gegenteil: Oft genug sind es gerade die Kolleg:innen, die für das Land tippen, wo sie gerne hinreisen möchte oder danach entscheiden, welches Trikot ihnen besser gefällt.

Sportwetten sind Glücksspiel. Genauso wie bei Automaten oder beim Roulette, entscheidet der Zufall über den Ausgang des Spiels. Und sie bergen ein großes Risiko: Online-Sportwetten zählen zu den riskantesten Glücksspielformen. In Deutschland gibt es etwa 1,4 Millionen Menschen, die glücksspielabhängig sind und schon jede:r vierte Teilnehmer:in an Glücksspiel hat ein Glücksspielproblem.

Gerade während der WM sieht man überall Werbung von Wettanbietern, die mit Rabatten und Gewinnchancen locken. Während einige diese Werbung kaum wahrnehmen, kann es für andere eine große Herausforderung sein, ihr zu widerstehen. Besonders gefährdete und deshalb schützenswerte Gruppen sind Jugendliche, Fußballfans und Sportler:innen.

Gemeinsam mit dem Bündnis gegen Sportwettenwerbung (BgSwW) setzen wir uns deshalb für die weitestgehende Einschränkung von Sportwetten-Werbung ein. Für echten Sport. Ohne Abzocke.

Weitere Informationen findet ihr unter: https://buendnis-gegen-sportwettenwerbung.de/

Braucht ihr oder jemand in eurem Bekanntenkreis Hilfe? Alle Infos und Hilfsangebote findet ihr hier: https://gluecksspielsucht-saar.de/hilfe-im-saarland.html


Zeit mit Freunden, immer in Action, Stolz auf das eigene Können, das große Geld, Freude über den Gewinn, harmloser Freizeitspaß?

Das sind genau jene Bilder, die Sportwettanbieter gerne in unseren Köpfen erzeugen wollen. Wie so oft sieht die Realität ganz anders aus. Mit gesenktem Blick hängen wir gebannt vor unseren Smartphones und hoffen, dass sich das Spiel doch noch zu unseren Gunsten dreht. Doch selbst ein Gewinn ist nur ein kurzer Kick, der Moment vergeht und dann spielen wir weiter. Irgendwo wird immer gespielt, irgendwo wartet immer die nächste Wettmöglichkeit.

Sportwetten sind Glücksspiele, das sagen doch nur Spielverderber. Wettbegeisterte wissen doch genau, welche Siegchancen ihr Lieblingsverein gegen den Tabellenersten hat. Und natürlich wissen sie auch, dass der neue Mittelstürmer immer die perfekten Freistöße schießt … oder?

Es ist zwar richtig, bei Sportwetten kommen neben dem Zufall noch weitere Faktoren zum Tragen, Berechnungen oder logische Überlegungen wirken sich jedoch nur bedingt auf das Wettverhalten aus. Es gehört zur Wahrheit dazu, dass Kenntnisse, Fähigkeiten oder Fertigkeiten bei Sportwetten langfristig eben nicht zum Gewinn führen. Das große Geld durch Sportwissen ist eben eine Illusion.

Wie auch bei Alkohol und Tabak haben wir uns als Gesellschaft darauf geeinigt, dass wir Kinder und Jugendliche vor Glücksspielangeboten schützen müssen.

  • Warum sind unsere Stadien und lokale Sportstätten dann mittlerweile das komplette Gegenteil?
  • Überall finden wir Werbung bekannter Sportwettanbieter. Selbst kleine Ortsvereine bekommen Angebote, Trikots zu tragen, auf denen das Logo eines Wettanbieters prangt.
  • Neben Kindern und Jugendlichen gibt es eine weitere Gruppe von Menschen, die unter der medialen Dauerbeschallung mit Sportwetten-Werbung zu leiden hat: Abstinente Glücksspieler*innen.

Für viele dieser Betroffenen kann der Sport und die damit einhergehende Gemeinschaft ein wichtiger Anker in der lebenslangen Auseinandersetzung mit der eigenen Suchterkrankung sein. Es ist zynisch, dass Betroffene genau diesen stärkenden Faktor ihrer Abstinenz nicht nutzen können.

Anlässlich der Fußball-EM, einem Sport-Event, bei dem sowohl die Werbeaktivitäten der Anbieter wie auch die Wettaktivitäten ihrer Zielgruppe auf ein hohes Niveau ansteigen werden, bitten wir Sie, diese Entwicklungen im Sportbereich kritisch zu hinterfragen:

  • Wollen wir wirklich, dass es in Deutschland keinen Sport mehr ohne Sportwetten gibt?
  • Wird hier wirklich noch der Spieler- und Jugendschutz gewährleistet oder werden nicht doch ganz legal junge und sportbegeisterte Menschen zum Glücksspiel verführt?
  • Sportwetten sind Glücksspiele. Und sie sind – gemeinsam mit den von ihnen verursachten Problemen – tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen!

Weitere Infos finden sie auf: www.buwei.de


Glücksspiele üben auf den Menschen schon seit langem eine Faszination durch den besonderen Reiz des Gewinnens oder Verlierens aus.

Tatsache ist, dass die überwiegende Mehrheit der Mitspieler an einem Glücksspiel verliert!

Viele Menschen geraten durch unbedachtes, unkontrolliertes Glücksspielen in große Schwierigkeiten (problematisches Spielen), bis hin zum süchtigen Spielverhalten.

Die Landesfachstelle Glücksspielsucht Saarland ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes von Koordinations- bzw. Landesfachstellen, die in den Bundesländern Prävention der Glücksspielsucht betreiben.

Unser Internetportal soll der breiten Öffentlichkeit – besonders aber Glücksspielsüchtigen und ihren Angehörigen – vielfältige Informationen, Hilfe und Unterstützung im Saarland zugänglich machen.

Aber auch Fachkräften

  • aus psychosozialen und schulischen Bereichen
  • aus der ordnungsrechtlichen, städteplanerischen und polizeilichen Verwaltung

steht die Landesfachstelle in spezifischen Fragestellungen zur Glücksspielsucht und ihrer Prävention zur Verfügung.

Im Einzelnen finden Sie hier Antworten u. a. auf folgende Fragen:

Glücksspiele

  • Was unterscheidet Glücksspiel vom normalen Spielen?
  • Welche Gefahren gehen von den verschiedenen Glücksspielarten aus?
  • Wie sind die rechtlichen Grundlagen?

Glücksspielsucht

  • Woran kann ich ein problematisches Glücksspielverhalten erkennen?
    Wie kann ich mich selbst testen?
  • Was ist eigentlich Glücksspielsucht?
    Wie ist der Verlauf?
  • Wie viele Menschen sind von Glücksspielsucht betroffen?

Hilfe

  • Welche Beratungs- und Behandlungsangebote für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen stehen zur Verfügung?
  • Welche Möglichkeiten der Prävention (Vorbeugung) gibt es?
    Wo finde ich AnsprechpartnerInnen?
    Welches Material kann ich dafür verwenden?
  • Wo gibt es weitere Informationen zum Thema?

Bundesweites Beratungstelefon

Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Hotline 0800 – 1372700

Mo - Do: 10 - 22 Uhr
Fr - So: 10 - 18 Uhr

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