Mach das Spiel nicht länger mit !

Verspiel nicht dein täglich Brot!

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Datum: 
23. September 2015

Am bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht (23. September 2015) warnt Staatssekretär Stephan Kolling vor Spielsucht: „Die Gefahren liegen auf den Hand. Etwa die Hälfte aller Bundesbürger im Alter zwischen 14 und 64 Jahren sind bereits mit Glücksspiel in Kontakt gekommen, rund 0,5 Prozent davon zeigen ein problematisches bis pathologisches Spielverhalten“, so der Staatssekretär.

Daraus ergebe sich, dass etwa 6.000 bis 7.000 Menschen im Saarland ein problematisches bis krankhaftes Spielverhalten aufweisen.
Angesichts dieser Zahlen könne man nicht von einem Randgruppenproblem sprechen.

Spielerkarrieren verliefen immer ähnlich, unterstreicht der Staatssekretär. Zunächst würden Beruf und Familie vernachlässigt, in der Konsequenz komme es oft zu typischen Karriereverläufen. Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust von Eigentum, Verlust von sozialen Beziehungen einschließlich Familie. Nicht selten stünden am Ende der Schuldenspirale auch kriminelle Handlungen. Kolling: „Die Redensart vom Verspielen von Haus und Hof hat in diesem Zusammenhang häufig immer noch Gültigkeit.“

Staatssekretär Stephan Kolling begrüßt daher, dass an vielen Orten im Saarland auf die Problematik hingewiesen wird. Mit dem Slogan „Verspiel nicht dein täglich Brot“ wird zum Beispiel auf tausenden Bäckertüten auf den Aktionstag hingewiesen. Sie werden in zahlreichen Bäckereien sowie in den Werkskantinen von Ford Saarlouis und ZF-Getriebe Saarbrücken verteilt.

Die Zentrale Veranstaltung zum Aktionstag ist der Demonstrationszug durch Saarbrücken mit Papp-Geldspielautomaten, die  die Aufschrift „Bitte nicht füttern“ tragen.  Der Zug setzte sich gegen 13 Uhr vor der Europagalerie Saarbrücken in Gang. In der Saarlouiser Innenstadt gibt es von 10 bis 15 Uhr einen Aktionsstand der örtlichen Präventionsfachkräfte.

Der Aktionstag, so der Staatssekretär, solle aber nicht nur auf Gefahren hinweisen: „Die Information, welche Anlaufstellen es im Saarland gibt und wo Betroffene und deren Angehörige Informationen und - noch wichtiger – Hilfe bekommen können, ist uns ebenfalls ein wichtiges Anliegen.“ Betroffenen empfiehlt er, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die zahlreichen Hilfsangebote überall im Land in Anspruch zu nehmen.

Hintergrund:
Seit Ende 2009 besteht im Saarland eine Landesfachstelle Glücksspielsucht, die aus Mitteln des Landes bezuschusst wird. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehören Aufklärung, Information und Prävention von Gefahren der Glücksspielsucht. Sie ist in der Trägerschaft des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung e.V. und wird aus Mitteln des Landes, aus den Glücksspielerträgen im Saarland und der Klassenlotterien nach dem Glücksspielstaatsvertrag finanziert.

 

Quelle: http://www.saarland.de/6767_133084.htm