Mach das Spiel nicht länger mit !

Verspiel nicht dein täglich Brot !!!

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Datum: 
19. September 2014

Verspiel nicht dein täglich Brot!

Unter diesem Motto findet die bundesweite Präventionskampagne gegen
Glücksspielsucht im Saarland statt.

Alle Landkreise im Saarland beim 4. bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht am 25. September 2014 mit Aktionen beteiligt. In der Merziger Innenstadt, in Saarlouis am Kleinen Markt, in Neunkirchen im Saarparkcenter, in St. Wendel Innenstadt und in Völklingen in der Poststraße wird es Infostände und Mitmachaktionen geben, in Homburg findet eine Aktion im Berufsbildungszentrum statt.

Bereits am 23.September gibt es eine Aktion in Saarlouis bei dem Projekt „Startbahn 25“ und in St. Ingbert am 24.September im Berufsbildungszentrum. Die landesweite Zentralveranstaltung findet in der Europagalerie Saarbrücken statt.

Man gewinnt am Geldspielautomaten - alles ist wunderbar und geht seinen normalen Gang. Bis irgendwann das Spielen die Kontrolle über den Alltag übernimmt. Plötzlich läuft alles wie ferngesteuert. Die Diagnose lautet: Glücksspielsüchtig!

Glücksspielsucht ist seit 2001 eine von den deutschen Rentenversicherungsträgern anerkannte Krankheit. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht alle zwei Jahre eine Studie mit aktuellen Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland von Glücksspielsucht (pathologischem Spielverhalten) betroffen sind. Demnach spielten im Jahr 2013 in Deutschland 443.00 Menschen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren krankhaft (pathologisch) sowie 368.000 Menschen problematisch. Auch im Saarland sind die Zahlen beträchtlich. Die Landesfachstelle Glücksspielsucht Saarland verzeichnet rund 4.403 Menschen mit problematischem und 5.310 Menschen mit krankhaftem Spielverhalten. Insgesamt über 9.700 Menschen mit ungesundem Spielverhalten sind im Vergleich zu 2011 ein dramatischer Anstieg von über 3.000 Personen (+47%).
Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, koordiniert die Landesfachstelle Glücksspielsucht Saarland unter dem Motto „Verspiel nicht dein täglich Brot“ am Donnerstag den 25.09.2014 den Aktionstag Glücksspielsucht.

Bundesweit machen Einrichtungen aus der Gesundheitsprävention auf die Gefahren von Glücksspielen sowie das Krankheitsbild der Glücksspielsucht aufmerksam. Zum ersten Mal sind in diesem Jahr alle Landkreise im Saarland dabei.

Im Rahmen der betrieblichen Suchtprävention beteiligen sich erstmals auch verschiedene, im Saarland ansässige Firmen, die in ihren Kantinen Bäckertüten mit der Aufschrift „Verspiel nicht dein täglich Brot“ und Informationsbroschüren verteilen, um auf das Thema Glücksspielsucht aufmerksam zu machen. Auch zahlreiche Bäckereien unterstützen durch das Verteilen der Tüten die Aktion.

Die landesweite zentrale Veranstaltung des Aktionstages wird in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Andreas Storm in und vor der Europagalerie in Saarbrücken sein.
Offizieller Beginn ist um 11.00 Uhr mit der Begrüßung durch den Geschäftsführer des Caritasverbandes Saarbrücken Herrn Caritasdirektor Johannes Simon und das Grußwort der Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes, Frau Gaby Schäfer. Danach können Interessierte an verschiedenen Stationen direkt ins Geschehen eingreifen und so die Tücken des Glücksspiels erfahren.

Um 17.00 Uhr tritt das Tanz-Duo „Triple 8“ (Tamy Hoffeld, Vlora Dervishi) auf, das sich im Jahr 2013 den Weltmeistertitel bei den UDO World Street Dance Championships in Glasgow in der Kategorie „Newcomer over 16“ sicherte.
An dem Programm nehmen auch Jugendliche verschiedener Jugendzentren im Regionalverband Saarbrücken teil.

Denn besonders auffällig ist die Anzahl der Personen unter 18 Jahren.

Jugendliche gelten – trotz des Verbotes der Spielteilnahme bis 18 Jahren – als Risikogruppe für Suchtgefahren durch die Teilnahme an hochriskanten Glücksspielen wie Geldspielautomaten, Sportwetten oder Online – Glücksspielen wie Poker.

Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die Zahlen der betroffenen Jugendlichen zwischen 16 und 17 Jahren zwar leicht zurückgegangen. Somit nahm 2013 aber immer noch jeder fünfte Jugendliche an irgendeinem Glücksspiel teil, welche erst ab 18 Jahren zugänglich sein sollten. Fünf Prozent nehmen laut einer Studie der Frankfurt University of Applied Sciences und der Hochschule Mainz regelmäßig an Glücksspielen teil.

Eine Zunahme gab es vor allem bei den Sportwetten, insbesondere bei den männlichen Jugendlichen. Im Vergleich zu 2011 ist die Anzahl auf 7,2 % (5,2%) angestiegen.

Es ist wichtig, Jugendliche schon früh über die Gefahren des Glücksspiels zu informieren, da viele Halbwahrheiten und Mythen über Glücksspiele verbreitet werden. Zum Beispiel kann niemand bei Geldspielautomaten in den Kneipen, Imbissbuden oder Spielhallen Einfluss auf den Ausgang eines Spieles nehmen. Die Automaten sind programmiert, wann und wie viel sie auszahlen.

Glücksspielprävention muss in Zukunft mehr Gewicht sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich bekommen.

In den Landkreisen Neunkirchen, im Regionalverband Saarbrücken und dem Landkreis Saarlouis beobachten wir eine besonders hohe Konzentration von Glücksspielangeboten. Hier muss dringend das Beratungsangebot für Hilfesuchende erweitert werden.

Hintergrund:
Die Landesfachstelle Glücksspielsucht Saarland befindet sich in der Trägerschaft des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung e.V. Sie initiiert und koordiniert im Saarland Präventionsmaßnahmen, Beratung und Hilfen rund um das Thema Glücksspielsucht. Sie besteht seit September 2009 und wird aus Mitteln des Landes, aus den Glücksspielerträgen im Saarland und der Klassenlotterien nach dem Glücksspielstaatsvertrag finanziert.