Mach das Spiel nicht länger mit !

Das Geschäft mit der Sucht

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Datum: 
27. September 2017

Ein Kommentar von Isabel Sand, Saarbrücker Zeitung vom 27.09.2017

Sie sitzen verborgen hinter den abgeklebten Scheiben der Spielotheken. Doch das macht ihr Problem nicht weniger wichtig. Nur weniger sichtbar. Nun sind natürlich nicht alle Besucher einer Spielhalle abhängig. Aber Geschäft wird auch mit den über 5000 Süchtigen und Suchtgefährdeten betrieben – darüber kann auch das „Sozialkonzept“ mit Jugendschutz und Prävention der Spielhallenbetreiber nicht hinwegtäuschen. Spielsucht gilt als anerkannte Krankheit und darum ist es gut, dass die Politik nicht weiter die Augen davor verschließt. Auch wenn die Glücksspielindustrie jede Menge Geld in die klammen Haushaltskassen der Kommunen spült. Das neue Spielhallengesetz ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Damit wird die ständige Verfügbarkeit von Automaten zumindest eingedämmt. Nun gilt es jedoch, die Maßnahmen auch konsequent durchzusetzen. Ein weiterer wichtiger Schritt wäre es, Spielsüchtigen die Möglichkeit zu geben, sich selbst sperren zu lassen. Denn bisher sieht das Spielhallengesetz des Saarlandes keine Verpflichtung für die Erteilung von Spielsperren vor.